Gesundes Wohnen/Beschwerden - Fogging/Schwarzstaub

Immer wieder wird in Wohnungen ein schwarzer Überzug auf Tapeten, an Wänden, Decken oder Einrichtungsgegenständen beobachtet, bei dem es sich nicht um Schimmelbefall, sondern um das neuere Phänomen des sog. Fogging oder „magic dust“ handelt. Für die Entstehung von Fogging ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren erforderlich, wobei meist ein einzelner Faktor letztendlich die Bildung oder das Ausbleiben des Schwarzstaub-Phänomens beeinflusst.

Zunächst müssen ausreichend Feinstaubpartikel in der Raumluft vorhanden sein, die z. B. durch Kerzenabbrand, offenes Feuer oder durch Abrieb unterschiedlichster Art (z.B. Straßenverkehr) entstanden sind.
Diese Partikel können nun agglomerieren (zusammenklumpen). Haben sie eine passende Größe erreicht, können sie über Transportprozesse wie Luftströmungen (Heizungsluft) und Thermophorese (Temperaturunterschiede der Wände) zu den Oberflächen gelangen.
Das Anhaften an den Oberflächen wird ganz wesentlich von im Raum schwebenden flüchtigen (VOC) und schwerflüchtigen (SVOC) organischen Verbindungen, die klebrig wirken, verstärkt.

Da oftmals nur ein bestimmter, letzter Auslöser zur Foggingbildung führt, ist bei der Ursachenforschung eine ausführliche Befragung über Vorereignisse unbedingt erforderlich. Anhand dieser Informationen kann eine Verdachtsdiagnose erstellt werden. Durch die anschließende Laboranalytik lässt sich die vermutete Ursache im Idealfall bestätigen.

Zur Ermittlung der Feinstaubkonzentrationen sind idealerweise Langzeitaufzeichnungen erforderlich. Diese sind zwar zeitaufwändig, ermöglichen jedoch eine zuverlässige Ermittlung der mittleren Partikelkonzentration und eine Konkretisierung der Bildungsprozesse über einen definierten Zeitverlauf.

Für die Untersuchung von SVOC sind je nach Fragestellungen / potentiellen Quellen unterschiedliche Probenahmemethoden erforderlich. Für die Untersuchung von SVOC sollte zuerst eine Wischprobe mit Ethanol von glatten inerten Oberflächen (Glas, Fliesen) genommen werden. Durch Ruß bedingtes Fogging kann durch Probenahme einer trockene Wischprobe und Analyse mittels Rasterelektronenmikroskop nachgewiesen werden.

Zusätzlich zur Wischprobe kann die Analyse einer Staubprobe auf auffällige SVOC sinnvoll sein, um den Bodenbelag als mögliche Quelle zu identifizieren. Liegt der Verdacht auf Tapeten oder Kunstoffen als Quelle für auffällige SVOC sollten Materialproben eingesandt werden.